Pastoralplan stand im Mittelpunkt der letzten Sitzung des Diözesanrats

Die Konkretisierung und Umsetzung des Pastoralplans stand im Mittelpunkt der letzten Sitzung der ablaufenden Amtsperiode des Diözesanrats, die am Freitag (14.03.2014) im Franz Hitze Haus in Münster stattfand. Bischof Dr. Felix Genn hob hervor, er habe sich "die Ziele des Pastoralplans zu eigen gemacht" und besuche deshalb in diesem Jahr vor allem soziale Einrichtungen, in denen "die Option einer dienenden Kirche gelebt" werde.

Bischof Felix äußerte den Eindruck, dass sich auch viele Pfarreien bereits mit ihrer Pastoralplanung beschäftigt hätten, obwohl dies an manchen Orten gerade erst am Anfang stünde. Ausdrücklich bedankte der Bischof sich dafür bei den Ehrenamtlichen und Seelsorgern in den Pfarreien, aber auch bei den Beteiligten in der Hauptabteilung Seelsorge des Bischöflichen Generalvikariats. Um sich weiter mit Möglichkeiten zu beschäftigen, die "gottgegebenen Gaben der Menschen am Ort" stärker für die pastorale Arbeit zu erschließen, ließ der Diözesanrat sich drei Beispiele schildern.

Dechant Meinolf Winzeler aus Rheine erzählte vom ‚Offenen Bürgertreff Für Einander’, einem innovativen, überkonfessionellen Projekt für die Generation 55plus. Durch Gestaltung eines offenen Handlungsrahmens mit großen Freiräumen für die selbstbestimmte Ausgestaltung des Engagements im Projekt sei es hier möglich geworden, Menschen zu mobilisieren und einzubinden, die sich an der klassischen kirchlichen Seniorenarbeit nie beteiligt hätten.

Ruth Gerdes aus St. Antonius Haltern berichte davon, wie es in ihrer Pfarrei gelungen war,  Jugendliche, die zuvor Besucher der Kinderkirche, Mitglied in kirchlichen Gruppen oder Teilnehmer von Ferienfreizeiten waren, gegen anfängliche Widerstände in die liturgische Gestaltung etwa von Krippenfeiern am Heiligen Abend einzubinden.

Sabine Determann aus St. Benedikt Jever stellte die "Öko-Theo-Gruppe" aus ihrer Gemeinde vor, mit der es geglückt sei, Bürger, Experten und Unternehmer weit über den Bereich der engen Pfarreimitglieder hinaus für ein religiös motiviertes, ökologisches Projekt zu begeistern: Inzwischen sei eine große Streuobstwiese mit 80 Bäumen, sechs Flachgewässern und Schutzhecken angelegt worden.

In Gruppengesprächen waren die Diözesanratsmitglieder anschließend aufgefordert, die vorgestellten Beispiele und eigene Erfahrungen mit dem Ziel zu reflektieren, herauszuarbeiten, was geschehen müsse, um eine Seelsorge zu fördern, die mehr Menschen mit ihren gottgegebenen Gaben einbeziehe. Als deren Ergebnisse wurden Merkmale einer derartigen, "charismenorientierten Seelsorge" genannt.

Um Menschen für ein Engagement zu gewinnen, bräuchten sie vor allem Vertrauen, Freiräume und Wertschätzung. Pfarrei, Seelsorger oder Bistum hätten die Aufgabe, auch zeitlich befristete, freiwillige Mitarbeit durch einen Rahmen zu ermöglichen. Es gehe darum, die Engagierten zu begleiten, ihnen aber die Ausgestaltung der Inhalte weitgehend zu überlassen. Seitens des Bistums sollten Fortbildungsangebote für Seelsorger und Gremienmitglieder gemacht werden, damit "Charismensucher" ausgebildet würden, "die Menschen mit gottgegebenen Gaben finden und fördern, ohne sie zu überfordern". Auch "Kooperationen mit Gruppen, die ein gutes Interesse verfolgen, aber nicht kirchlich sind", sollten vermehrt eingegangen werden. Hauptamtliche müssten auch ermutigt werden, "Dinge zu lassen, für die sich keine Menschen mit passenden Gaben finden". Das Bistum solle eine Plattform zur Vernetzung schaffen, einen Pool an Projektberatern zur Verfügung stellen und "gegebenenfalls auch finanzielle Unterstützung".

Eingangs hatte Bischof Felix besonders auf das Schreiben ‚Evangelii gaudium’ von Papst Franziskus hingewiesen und empfohlen, es sich "als Quelle von Anregungen und Impulsen" zu erschließen: "Da steckt so viel drin, dass man damit gut weiter arbeiten kann", sagte der Bischof wörtlich.

Generalvikar Norbert Kleyboldt hatte zu Beginn auch auf das Projekt "Kindertagesstätten: Lebensorte des Glaubens" hingewiesen, das Bistum und Diözesancaritasverband gestartet haben. Dies sei eine gute Initiative, um Kindergärten als pastorale Einrichtungen am Ort zu profilieren, sagte der Generalvikar. Kindertagesstätten seien der geeignete Ort, um zu erfahren, was die Menschen bewege, wie der Sozialraum aussehe und nicht zuletzt, welche Familien in prekären Situationen steckten und Unterstützung bräuchten, ergänzte der Bischof.

Außerdem hatte der Diözesanrat noch bei einer Personalentscheidung mitzuwirken. Im Stadtdekanat Münster war das Amt des Stadtdechanten neu zu vergeben. Bischof Felix dankte zunächst dem scheidenden Dr. Ferdinand Schumacher für seine "wertvolle Mitarbeit und die vielen guten, theologisch fundierten Impulse". Anschließend bat der Bischof um Zustimmung zur Ernennung von Dechant Jörg Hagemann zum neuen Stadtdechanten für Münster, die das Gremium einstimmig erteilte.

Mit einem Abendgebet in der Kapelle und einem festlichen Abendessen endete die Diözesanratssitzung. Bischof Felix sprach dabei allen Ratsmitgliedern seinen besonderen Dank für die geleistete Arbeit im Diözesanrat aus. Der Diözesanrat ist das oberste synodale Mitwirkungsgremium, durch das die Gläubigen der Diözese an der Leitung des Bistums durch den Bischof teilnehmen. Aus den vielen Bereichen kirchlicher Arbeit kommen hier Vertreter zusammen, um bei zentralen Entscheidungen mitzureden. Nachdem die aktuelle Amtsperiode abgelaufen ist, konstituiert der Diözesanrat sich in Kürze für die nächsten vier Jahre neu. Dann werden dort auch die Delegierten einziehen, die nach den Pfarreiratswahlen vom Herbst 2013 in Kreisdekanatsversammlungen gewählt worden sind.

Text/Foto: Bischöfliche Pressestelle
15.03.2014

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