Pfarrei in Münster-Coerde setzt zwei Schwerpunkte im Pastoralplan

Mit der Pfarrei und für die Pfarrei haben (von links) Anne Tietze, Maria Mörchen und Pfarrer André Sühling einen Pastoralplan erarbeitet.

Münster (pbm). Sie waren sogar dem Bischof voraus. Denn als Dr. Felix Genn im März 2013 den Pastoralplan für das Bistum Münster in Kraft setzte und damit alle Pfarreien einlud, selbst auch in Pastoralplänen ihre Seelsorge zu planen, war die Pfarrei St. Franziskus in Münster-Coerde schon in genau diesem Prozess - wenn auch, ohne die Bezeichnung Pastoralplan zu verwenden. Aber an eben einem solchen arbeiteten sie bereits: "Wir haben uns systematisch gefragt, was uns als Pfarrei ausmacht und wo wir auf dieser Basis in einigen Jahren sein wollen", beschreibt Anne Tietze vom Vorstand des Pfarreirats.

Neben ihr waren Pfarrer André Sühling und ihre Vorstandskollegin Maria Mörchen von Anfang an dabei. Dessen Ursprung lag im Zusammenschluss der früher selbstständigen Gemeinden St. Thomas-Morus und St. Norbert zur Pfarrei St. Franziskus im Jahr 2008. "Wir wollten uns nach den Strukturen endlich wieder den Inhalten widmen", erinnert sich Tietze.

Gesagt, getan. "Beide Gemeindeteile brachten ganz unterschiedliche Voraussetzungen mit", schildert Mörchen, "deshalb wollten wir für jeden einen inhaltlichen Schwerpunkt setzen, damit sich jeder in der neuen Pfarrei wiederfinden konnte." "Die Pfarrei sollte sich mit einem eigenen Gesicht profilieren", ergänzt Sühling.

Mit diesem Ziel startete der Pfarreirat schon Ende 2011seinen Pastoralplan-Prozess. Zwei Klausurtagungen mit externer Moderation Mitte 2012 und Anfang 2013 bildeten den Anfang.

Auf dem Programm habe "die ganz große Bestandsaufnahme" gestanden, erklärt Mörchen: "Wir haben gefragt, was wir tun und was wir lassen wollen, und wo Menschen sind, die sich engagieren wollen, aber noch nicht wissen, wo und wie." An halbjährlich stattfindenden "runden Tischen", zu denen Vertreter aller Gruppen und Einrichtungen eingeladen waren, und in kleineren Runden in den Gemeindeteilen habe man diese Fragen in die Pfarrei gegeben. "Und wir sind nicht nur bei uns geblieben, sondern haben danach nicht kirchliche Menschen und Einrichtungen befragt", betont Sühling. Schließlich leben 18.700 Menschen im Gebiet der Pfarrei, die 7.600 Gemeindemitglieder hat.

Die Anregungen habe man zu Themenblöcken gebündelt und ausgewertet. "Das war ein gewaltiger Lernprozess", gibt Anne Tietze zu. Es sei nicht einfach gewesen, anzuerkennen, "wo wir als Pfarreirat keine Energie mehr reinstecken wollen."

Schließlich hätten sich zwei Schwerpunkte herauskristallisiert: neue Gottesdienstformen in St. Thomas-Morus und soziales Engagement in St. Norbert. Diese Schwerpunkte stieß der Pfarreirat nacheinander an und hält sie mit gezielten Aktionen lebendig. Beispiele sind neue Jugendgottesdienste, ein Familienpatenschaftsprojekt oder der Verein FranKo, der die Arbeit der Caritas unterstützt. "Mit den Schwerpunkten haben wir Fenster geöffnet", findet der Pfarrer, "zum einen neue Zugänge zur Liturgie für teils neue Gottesdienstbesucher, zum anderen einen Horizont für Hilfsbedürftige, die ihrerseits etwas zu geben haben."

Trotz dieser Erfolge: Leicht war der Weg nicht immer. "Wir sind nicht auf die Nase gefallen, aber gestolpert", umschreibt es Mörchen. Denn: "Die Schwerpunktsetzung bedeutete auch immer etwas Trauerarbeit, weil wir anderes sein lassen mussten", erklärt Sühling.

Umso wichtiger sei die konsequente Kommunikation über möglichst viele Kanäle gewesen, "um den Prozess zu vermitteln und um zu hinterfragen, ob die Menschen ihn und unsere Absichten verstehen", erläutert Anne Tietze. Inzwischen sei man schon in einer erneuten Reflexionsphase, in der man das bisher Gemachte auf den Prüfstand stelle. "Den gesamten Prozess müssen wir jetzt noch verschriftlichen, dann ist unser Pastoralplan fertig", sagt Tietze.

Zumindest fürs Erste. Die Verantwortlichen sind sich einig, die Schwerpunkte weiter regelmäßig zu überprüfen. "Bedürfnisse und Bedarfe sind schließlich im Wandel", weiß Tietze.

Zu guter Letzt haben sie und die anderen Beteiligten auch für sich etwas erfahren: "Dass es manchmal Weitblick braucht, dass wir nicht in Aktionismus verfallen und immer sofort handeln müssen, sondern auch planen dürfen", beschreibt der Pfarrer und ergänzt schmunzelnd: "Das war richtig wohltuend." Erst recht, wenn man seiner Zeit ohnehin schon voraus ist.

Bildunterschrift: Mit der Pfarrei und für die Pfarrei haben (von links) Anne Tietze, Maria Mörchen und Pfarrer André Sühling einen Pastoralplan erarbeitet.

Text/Foto: Bischöfliche Pressestelle
07.12.2015

 

 

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