Eine Vision für die Kirche im Bistum Münster

"Gemeinsam entdecken und feiern wir als Getaufte, wie Gott in der Welt wirkt. Er traut uns zu, die Welt den eigenen Gaben und der Berufung gemäß im Geist Jesu zu gestalten und andere Menschen dafür zu gewinnen.

"Diese Vision von Kirche im Bistum Münster hat der Diözesanrat am 10. Juni in Münster beschlossen. Die Vision soll die Grundlage bilden für den Prozess zur Prioritäten- und Posterioritätensetzung der pastoralen Aufgabenfelder. In diesem Prozess sollen bis Mitte kommenden Jahres pastorale Schwerpunktsetzungen erfolgen. Auch wird überlegt werden, welche konkreten Maßnahmen innerhalb der Schwerpunkte und vor dem Hintergrund der personellen und finanziellen Ressourcen entwickelt werden können.

Pater Manfred Kollig, Leiter der Hauptabteilung Seelsorge im Bistum Münster, erläuterte die Vision. Er betonte, dass diese die Kirche im Bistum "als Volk Gottes unterwegs" verstehe. Sie sei geprägt von den Überzeugungen, "dass die Welt Gottes voll ist" und dass sich "Kirche vor Ort in den Sozial- und Lebensräumen als missionarisch erweisen muss." Dabei vertraue die Vision auf die Zusage Gottes, "seine Kirche zu führen und alle Menschen mit Gaben zu beschenken."

Sie verwirkliche sich in dem Auftrag der Kirche im Bistum Münster, "der Gemeinschaft Gottes mit den Menschen und der Menschen untereinander zu dienen, und dem Wissen, dass diese Sendung so von niemand anderem wahrgenommen werden kann."

Zugleich benannte Pater Manfred sechs Handlungsoptionen und Herausforderungen, die im Blick auf die Vision bearbeitet werden müssten: Zum einen gehe es um die Frage, wie in einer sowohl synodalen als auch hierarchisch verfassten Kirche "Leitung in Gemeinschaft" wahrgenommen werden könne. Auch müsse geschaut werden, wie es in den größeren Pfarreien gelinge, Vielfalt als Reichtum erfahrbar werden zu lassen und gleichzeitig Einheit mit der Pfarrei, dem Bistum und der Weltkirche zu leben.

Eine weitere Herausforderung sei, wie sich innerhalb des gemeinsamen Priestertums das Zueinander von Hauptberuflichen und Ehrenamtlichen, von Laien und Priestern gestalte. Gefunden werden müsse zudem ein guter Weg, mit der Spannung umzugehen zwischen der Bewahrung der Tradition bei gleichzeitiger Aktualisierung und Innovation der Pastoral. Beantwortet werden müsse außerdem die Frage, wie es künftig besser gelinge, auf der Grundlage der zur Verfügung stehenden Charismen und Ressourcen sowie der Anforderungen vor Ort, Prioritäten und Posterioritäten zu definieren. Schließlich gelte es zu schauen, wie nicht nur im Bewusstsein, sondern auch im praktischen Tun "der Wechsel von einer Aufgaben- zu einer Gabenorientierung" gelingen könne.

Auf Grundlage der Vision und den mit ihr verbundenen Herausforderungen wird nun in den Gremien im Bistum bis zum Herbst darüber beraten werden, welche pastoralen Schwerpunkte auf Bistumsebene gesetzt werden sollten, um die Vision zu verwirklichen. Es soll überlegt werden, welche Schwerpunkte eventuell neu zu setzen sind und welches dabei die wichtigsten Zielgruppen sind. Zugleich soll geschaut werden, welche Aktivitäten in den kommenden Jahren eher zurückgefahren werden können. Die Ergebnisse aus den Gremien werden an den Diözesanrat zurückgemeldet, wo im November darüber beraten wird.

Ein weiteres Thema auf der Sitzung des Diözesanrates war auch der nächste Deutsche Katholikentag, der vom 9. bis 13. Mai 2018 in Münster stattfinden wird. Bischof Dr. Felix Genn informierte darüber, dass er beim Katholikentag in Leipzig im Mai die Erfahrung gemacht habe: "Viele Menschen im Bistum Münster sind bereit mitzuarbeiten. Das ist gut und auch notwendig, denn: der Katholikentag hat Fahrt aufgenommen." Der Bischof unterstrich, dass es in Absprache mit dem Veranstalter des Treffens, dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), darum gehen müsse, "auch zu schauen, was wir in Münster anders machen sollten."

So habe sich in Leipzig etwa gezeigt, dass manche Formate wie große Podiumsdiskussionen mit Politikern offensichtlich nicht mehr so gewünscht seien. Zudem müsse man überlegen, ob die sehr große Fülle an Veranstaltungen für die Zukunft der richtige Weg sei und auch, wie man eine möglichst große räumliche Konzentration erreichen könne. Mit Blick auf die Thematik des kommenden Katholikentags betonte der Bischof, dass er sich diesen in Münster nicht vorstellen könne, ohne dass das Thema "Frieden" – 100 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieges, 370 Jahre nach dem in Münster geschlossenen Westfälischen Frieden, 400 Jahre nach dem Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges – eine wichtige Rolle spiele.  

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Oliver Lücke
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