Erste Vollversammlung des Stadtkonzils

Pastoralreferentin Cäcilia Leenders- van Eickels, Propst Jürgen Quante und Moderator Wolf-gang Pantförder diskutierten mit Teilnehmern der Vollversammlung. Foto: Michaela Kiepe

Die Aufbruchsstimmung war spürbar. 250 Katholiken aus den drei Pfarreien in Recklinghausen waren am Samstag, 26. November, zur ersten Vollversammlung des Stadtkonzils in die St.-Joseph-Kirche gekommen. Gemeinsam möchten sie Kirche in ihrer Vielfalt in Recklinghausen gestalten. Ihnen geht es um die Frage, wie sie die christliche Botschaft heute und morgen in Recklinghausen glaubhaft leben, bezeugen und verbreiten können.

Wohl einmalig ist es im Bistum Münster, dass sich drei Pfarreien einer Stadt zusammen auf den Weg machen, um an ihren Pastoralplänen zu arbeiten. "Wir leben alle in einem pastoralen Raum in Recklinghausen. Unser erster Blick geht dahin, wie Christentum in diesem gelebt werden kann", begrüßte Propst Jürgen Quante die Anwesenden. Das Motto "sehen – urteilen – handeln" leitet die Verantwortlichen dabei. "Es geht darum, was wir sehen, wie wir es beurteilen und welche Konsequenzen wir daraus ziehen. Welche konkreten Ergebnisse wir erhalten, wissen wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht", fügte er hinzu.

Das Stadtkonzil startete mit einer umfangreichen Befragung. Auf sechs DIN-A-4-Seiten waren die Recklinghäuser aufgerufen, ihre Wünsche an die Kirche zu äußern und ihre Themen zu benennen. Mit der Auswertung hatte sich vornehmlich Matthias Grammann, Pastoralassistent in der Pfarrei St. Peter, beschäftigt. Unterstützung sowohl bei der Entwicklung als auch bei der Beurteilung des Fragebogens erhielten die Verantwortlichen von Professor Paul M. Zulehner, Pastoraltheologe aus Wien.

2152 Menschen haben den Fragebogen ausgefüllt. Die meisten im Internet, lediglich ein Viertel der Befragten auf Papier. "Es gibt eine gute Verteilung in den verschiedenen Altersgruppen und den Ortsteilen. Allerdings wurden wenig Fragebögen von Außenstehenden und Arbeitslosen ausgefüllt", berichtet er. Damit sei die Befragung im innerkirchlichen Kontext geblieben. "Doch das war auch zu erwarten", bewertet Grammann und fügt hinzu: "Wir haben als Kirche Probleme, bestimmt Milieus zu erreichen."

Zahlreiche interessante Erkenntnisse hätten sich aus den Antworten der Fragebögen ergeben. Auf der Vollversammlung stellte der Pastoralassistent fünf Spannungsfelder und die damit verbundenen Herausforderungen den Anwesenden vor. Die Spannungsfelder seien Mystik und Diakonie, lokal und regional, Ehrenamtliche und Hauptamtliche, Jung und Alt sowie konservativ und progressiv. Im Anschluss an seine interessanten Ausführungen waren die Teilnehmer aufgerufen, Themenvorschläge für einzelne Diskussions-Gruppen zu benennen. "Alles, was Ihnen am Herzen liegt, was Sie bewegt und Sie verändern wollen, können Sie nun äußern", rief Wolfgang Pantförder, ehemaliger Bürgermeister und Moderator der Versammlung, die engagierten Christen auf.

14 Themen wurden aus dem Plenum benannt. In unterschiedlich großen Gruppen tauschten sich die Teilnehmer über den Leitgedanken aus, für den sie sich entschieden hatten. Nach einer kurzen Mittagspause stellte jede Gruppe ihre Arbeit vor. Anschließend hatten die Konzilsteilnehmer die Möglichkeit, mit Punkten ihre persönlichen Wertigkeiten zum Ausdruck zu bringen. So standen am Ende der Vollversammlung fünf Bereiche fest, an denen inhaltlich bis zum nächsten Treffen am Samstag vor Pfingsten, 3. Juni, weitergearbeitet wird. Die meiste Aufmerksamkeit erhielten die Themen: Jugendarbeit, Gemeinde vor Ort – ohne Priester, Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, Glauben leben und entwickeln in und bei der Arbeit sowie Begegnungsräume mit Gott schaffen.

"Ich bin glücklich, dass die Teilnehmer so konstruktiv arbeiten und dabei nach vorn und nicht nach hinten schauen", bewertete Quante die Diskussionen. Neben Professor Zulehner begleiten Hans-Georg Hollenhorst und Martin Wiechert, beide Mitarbeiter des Bistums Münster,  den Prozess. "Es ist sinnvoll, Unterstützung mit dem Blick von außen dabei zu haben", ist Quante für die Mitwirkung der Fachleute dankbar.

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Oliver Lücke
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